[Rezension] Der Asteroid ist noch das kleinste Problem von Katie Kennedy

x Autorin: Katie Kennedy
x Übersetzerin: Julia Gehring
x Titel: Der Asteroid ist noch das kleinste Problem
x Originaltitel: Learning to swear in America
x Genre: Jugendbuch
x Erscheinungsdatum: 21. März 2017
x bei Planet!
x 368 Seiten
x ISBN: 3522505506
x zur Leseprobe: *klick*
x erste Sätze: Im All gibt es keine Luft. Und deshalb raste der Asteroid in absoluter Stille auf die Erde zu. Von den zwei Objekten, die Richtung Nordamerika flogen – dem Asteroiden BR1019 und der amerikanischen Militärmaschine aus Moskau, die Yuri Strelnikov transportierte -, machte nur dessen Flugzeug ein Geräusch.

Klappentext:

„Willst du wissen, wie ich mich anfühle, wenn ich mich an dich drücke?“, fragte Luna
„Ähm, ja bitte.“
„Aber du kannst es nicht berechnen.“
„Doch, könnte ich eigentlich schon. Wenn ich Dichte deines Gewebes wüsste und Kraft, die es auf meine Mechanorezeptoren ausübt …“
„Yuri, das ist die Stelle, an der du deinen Mund hältst und mich in den Arm nimmst.“
„Okay. So kann man es auch machen. Ich bin halt einfach mehr theoretischer Typ als experimenteller.“
„Zeit fürs Labor, Einstein.“
„Du hast recht.“ Er räusperte sich und legte einen Arm um sie.

Luna, 16, Hippie-Mädchen, hebt Yuris Welt aus den Angeln. Dabei müsste das Mathegenie eigentlich gerade die Menschheit retten …

Rezension:

Bei Katie Kennedys „Der Asteroid ist noch das kleinste Problem“ fand ich bereits den Titel charmant, und als ich den Klappentext gelesen hatte, stand fest: Will ich unbedingt lesen! Die gute Nachricht: Ich hatte mir nicht zu viel versprochen.

Die Story ist aus Sicht der dritten Person erzählt, wobei aber die ganze Zeit der 17-jährige Protagonist der Story begleitet wird. Yuri ist ein absolutes Physikgenie aus Russland und soll mit anderen Superhirnen der Welt diese vor einem riesigen Asteroiden retten. Ganz schön viel Druck für einen Teenie, sollte man meinen, zumal ihn keiner seiner älteren Kollegen wirklich ernst nimmt, obwohl Yuri doch ganz nah dran ist, des Rätsels Lösung zu finden. Doch die wirkliche Herausforderung ist für ihn ein Hippie-Mädchen namens Luna, das er durch Zufall in einer kleinen Pause außerhalb des Gebäudes kennenlernt.

Ich mochte dieses Buch sehr. Es ist locker und flüssig geschrieben – typisch Jugendbuch eben -, die Dialoge sind witzig plus teilweise dazu noch richtig tiefgründig und ich weiß jetzt endlich, warum Menschen mit russischer Muttersprache in anderen Sprachen oft die Artikel weglassen: weil es im Russischen keine gibt. Ich bin immer noch ganz hin und weg von diesem Aha-Erlebnis :-D. Dementsprechend authentisch sind auch Yuris wörtliche Reden – man merkt, dass er nicht in seiner Muttersprache spricht, und das fand ich einfach nur liebenswert.

Doch während sich zwischen Luna und Yuri eine lockerleichte Liebesgeschichte entwickelt, bringt der auf die Erde zurasende Asteroid einen bedrohlichen Aspekt mit in die Story, und ich habe am Ende mit Yuri den Atem angehalten. Zwar gibt es am Ende noch ein anderes Problem zu lösen, aber happyendverwöhnte Leser kommen trotzdem auf ihre Kosten.

„Der Asteroid ist noch das kleinste Problem“ ist für Jugendliche ab 13 ebenso geeignet wie für Erwachsene, die Jugendbücher mit Situationskomik und einer Prise Ernst des Lebens mögen.

Fazit:

Eine tolle Geschichte, in der sich ein etwas weltfremdes russisches Physikgenie mit zwei Naturgewalten konfrontiert sieht: einem Asteroiden, der auf die Erde zurast, und der ersten Liebe.

Bewertung:

Über die Autorin (lt. Klappentext):

Katie Kennedy unterrichtet Geschichte. Als sie einmal in einer Feuerwache Unterricht geben musste, sprang bei jedem Feueralarm die gesamte Klasse auf und verließ den Raum. Das war allerdings nicht ihr einziger Notfall-Einsatz: Um überzeugende Unfallszenen schreiben zu können, machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester. Katie lebt mit Mann, Tochter und Sohn in Michigan, USA, genauso wie eine Million Fledermäuse.

Posted in Kinder- & Jugendbuch, Rezensionen | Tagged , , , , , , , , , , , , , | Leave a comment

[Rezension] Des Teufels Gebetbuch von Markus Heitz

x Autor: Markus Heitz
x Originaltitel: Des Teufels Gebetbuch
x Genre: Fantasy/Thriller
x Erscheinungsdatum: 01. März 2017
x bei Droemer Knaur
x 672 Seiten
x ISBN: 3426654199
x zum Trailer: *klick*
x zur Leseprobe: *klick*
x der Song zum Buch: *klick*
x erste Sätze: Surrend wickelte sich das nasse Drahtseil auf die Trommel, die Kraft des Motors zog die Beute aus der Tiefe des Meeres. Schmutzige graue Tröpfchen lösten sich vom ölschmierigen Tau und fielen zurück in die sachten Wellen. Meter um Meter ging es aufwärts.

Klappentext:

Bube, Dame, König, Tod

Der ehemalige Spieler Tadeus Boch gelangt in Baden-Baden in den Besitz einer mysteriösen Spielkarte aus einem vergangenen Jahrhundert. Alsbald gerät er in einen Strudel unvorhergesehener und mysteriöser Ereignisse, in dessen Zentrum die uralte Karte zu stehen scheint.
Die Rede ist von einem Fluch. Was hat es mit der Karte auf sich? Wer erschuf sie? Gibt es noch weitere? Wo könnte man sie finden? Dafür interessieren sich viele, und bald wird Tadeus gejagt, während er versucht, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Plötzlich steigt der Einsatz: Es ist um nicht weniger als sein eigenes Leben.

Rezension:

Markus Heitz ist ein Phänomen – niemand schreibt so besessen ein Buch nach dem anderen wie er (okay, Hohlbein vielleicht noch, aber dann wirds schon sehr übersichtlich in diesen Reihen). So gut „Mahet“ schreibt, jedes seiner Bücher zu lesen, ist nahezu unmöglich. Doch dann gab es da dieses Buch, das sogar einen eigenen Soundtrack bekommen hat, nämlich „Des Teufels Gebetbuch“. Und ich kann sagen: Zum Glück hab ich mir das nicht entgehen lassen.

Nach dem Prolog im Heute beginnt die Story mit einer Szenerie zu Zeiten, in denen Goethe in Leipzig studierte, genauer gesagt im Jahr 1768. Wir lernen den Protagonisten dieses Handlungsstrangs kennen, den Kupferstecher und genialen Kartenmacher Bastian Kirchner, der in seinem Fach so gut ist, dass ein mysteriöser Fremder bei ihm ein aufwendiges Kartendeck in Auftrag gibt. Seltsam an der Sache ist, dass Kirchner mit niemandem darüber sprechen darf – auch nicht mit seinem Arbeitgeber oder seiner Frau.

Der zweite Protagonist der Story steht im Handlungsstrang der heutigen Zeit im Mittelpunkt: Tadeus Boch. Tadeus war früher spielsüchtig und arbeitet als Sicherheitsmann in einem Casino – ironischerweise, um den Karten nicht erneut zu verfallen. Durch eine Zufallsbegegnung mit einem alten Bekannten zieht er nach Feierabend noch weiter und findet sich in einer zwielichtigen Spielgesellschaft wieder. Gespielt wird Supérior, ein lebensgefährliches Spiel. Und obwohl Boch nicht teilnimmt, gerät er in den Besitz einer sehr alten Spielkarte, die so begehrt ist, dass er bald in großer Gefahr schwebt. Zusammen mit Hyan Poe, deren Verlobter bei einem Supériorspiel ums Leben kam, versucht er der Gefahr um die alte Karte auf die Spur zu kommen. Was Boch an dieser Stelle noch nicht weiß: Die Karte ist Teil einer unheilbringenden Sammlung. (Und damit habe ich nicht zu viel verraten – keine Sorge ;-).)

Obwohl ich vor dicken Büchern immer etwas Respekt habe – es fällt mir schwer, die Zeit für solche Wälzer aufzubringen -, hatte ich das Buch relativ schnell gelesen. Wie die meisten von Heitz’ Büchern ist auch „Das Gebetbuch des Teufels“ so flüssig geschrieben, dass man nur so durchrauscht. Trotz der verschiedenen Handlungsstränge konnte ich immer den Überblick behalten, und im Hinterkopf versuchte ich ständig, das Ganze vor der Auflösung zu durchschauen (vergeblich). Man kann auf jeden Fall von einer großen Portion Lesespaß sprechen.

Geeignet ist das Buch für diejenigen, die Lust auf eine Mischung aus Historie und Thriller mit übernatürlichen Elementen haben, und außerdem für alle, die Spaß daran hatten, Heitz’ „Totenblick“ zu lesen.

Fazit:

Ein actiongeladener, spannender Thriller mit historischen Parts und einer unheilvollen Prise des Übernatürlichen.

Bewertung:

 Über den Autor (lt. Klappentext):

Markus Heitz schrieb über 40 Romane und wurde etliche Male ausgezeichnet.
Mit der Bestsellerserie um Die Zwerge gelang dem Saarländer der nationale und internationale Durchbruch. Dazu kamen erfolgreiche Thriller um Wandelwesen, Vampire, Seelenwanderer und andere düstere Gestalten der Urban Fantasy und Phantastik. Die Ideen gehen ihm noch lange nicht aus.

Posted in Fantasy, Krimi, Thriller & Horror, Rezensionen | Tagged , , , , , , , , , , , , , , | 1 Comment

[Rezension] Rattatatam, mein Herz von Franziska Seyboldt

x Autorin: Franziska Seyboldt
x Originaltitel: Rattatatam, mein Herz: Vom Leben mit der Angst
x Genre: Erfahrungen
x Erscheinungsdatum: 11. Januar 2018
x bei KiWi
x 256 Seiten
x ISBN: 3462050478
x zur Leseprobe: *klick*
x erste Sätze: Ich war zwölf Jahre alt, als die Welt, in der ich bisher zu Hause war, verschwand. Gerade noch hatte ich auf der Liege im Behandlungszimmer gesessen, mit baumelnden Beinen und angemessenem Desinteresse an den Worten, die meine Mutter mit der Ärztin wechselte, ich hatte an meine Freundinnen gedacht, die in diesem Moment auf dem Schwebebalken balancierten, und mich geärgert.

Klappentext:

„An guten Tagen wache ich auf und bin eine Schildkröte. Dann spaziere ich bepanzert bis an die Zähne durch die Straßen, Tunnelblick an und los. An schlechten Tagen wache ich auf und bin ein Sieb. Geräusche, Gerüche, Farben plätschern durch mich hindurch wie Nudelwasser, ihre Stärke bleibt an mir kleben und hinterlässt einen Film, der auch unter der Dusche nicht abgeht. Ich taumele durch den Tag, immer auf der Suche nach etwas, woran ich mich festhalten kann.“

Rezension:

„Rattatatam, mein Herz: Vom Leben mit der Angst“ von Franziska Seyboldt erreichte mich unerwartet, und ich muss sagen: Zum Glück, denn sonst wäre diese Neuerscheinung vermutlich unbemerkt an mir vorübergezogen.

Normalerweise dauert es eine gewisse Zeit … meist Wochen, wenn nicht sogar Monate, bis ich dazu komme, einen Neuzugang zu lesen – aber dieses Buch begann ich noch am Tag der Ankunft zu lesen, was auch daran liegt, dass ich die Angst seit mehr als zehn Jahren persönlich kenne. Ich weiß, wie es ist, sie aus Angst vor Stigmatisierung vor Menschen, die über den Freundeskreis hinaus gehen, zu verstecken … und ich weiß auch, dass das eigentlich falsch ist. Dass Franziska Seyboldt unter ihrem richtigen Namen geschrieben hat, bestärkt mich, offen mit dem Krankheitsbild umzugehen – einen Knochenbruch würde man ja auch nicht verstecken ;-).

Direkt zu Beginn erzählt die Autorin, wo ihre persönliche Angst ihren Ursprung fand – in einer Arztpraxis, als sie zwölf Jahre alt war. Seitdem ist ihre größte Angst, unvermittelt ohnmächtig zu werden, denn egal wo einen die Ohnmacht und damit der Kontrollverlust ereilt – es ist immer gerade sehr unpassend.

Durch die kurzen Kapitel und fesselnde Sprachgewalt mit genialen Metaphern hat sich das Buch quasi von selbst gelesen. Im Prinzip musste ich nur stoppen, um mir besonders gute Stellen als Zitate herauszuschreiben, wie z. B. auf Seite 140: „Kurz: Ich bin an einem Punkt, an dem mir das Leben nicht mehr passt. Und weil es so eng ist wie ein eingelaufenes T-Shirt, habe ich keine Ahnung, wie ich es je wieder ausziehen soll.“

Was mir aber am besten gefallen hat, war die Personifizierung der Angst. Einerseits macht dies aus der Angst etwas Greifbares, andererseits nutzt die Autorin dies, um darzustellen, dass die Angst eben wie eine eigene Person ist. Sie ist trotzig, fies, mal länger nicht da – Zeiten, in denen man hofft, sie bleibt, wo auch immer sie ist -, und dann kommt sie doch wieder, natürlich im unpassendsten Augenblick.

Im Prinzip kann ich „Rattatatam, mein Herz“ jeder einzelnen Person ans Herz legen. Die Zeit, in der psychische Krankheiten ein Tabuthema sind, ist dann vorbei, wenn offen damit umgegangen wird. Aber Leser, die auf Wortspiele und Metaphern stehen, werden natürlich ganz besonders auf ihre Kosten kommen. Das Einzige, was das Buch von einer „Lieblingsbuch“-Bewertung trennt, ist: Ich hätte mir das Buch noch ein wenig länger gewünscht, um die Autorin und ihre Angst noch besser kennenzulernen.

Fazit:

Franziska Seyboldt setzt mit Wortgewalt und Offenheit ein Zeichen gegen die Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen – ein richtig tolles Buch.

Bewertung:

Über die Autorin (lt. Klappentext):

Franziska Seyboldt, geboren 1984 in Baden-Württemberg, studierte Modejournalismus und Medienkommunikation in Hamburg. Seit 2008 lebt und arbeitet sie in Berlin. Sie ist Autorin und Redakteurin bei der taz und setzt sich in ihrer Kolumne „Psycho“ mit psychischen Krankheiten auseinander. Sie schreibt Bücher für Kinder und Erwachsene. „Rattatatam, mein Herz“ ist ihr drittes Buch.

Posted in Rezensionen, sonstige Romane | Tagged , , , , , , , , , , | Leave a comment

[Gastrezension|Nadine] Spiel der Zeit von Jeffrey Archer

x Autor: Jeffrey Archer
x Übersetzer: Martin Ruf
x Titel: Spiel der Zeit
x Originaltitel: Only Time Will Tell
x Reihe: Die Clifton-Saga, Band 1
x Genre: historischer Roman
x Erscheinungsdatum: 13. Juli 2015
x bei Heyne
x 560 Seiten
x ISBN: 3453471342
x zum Trailer: *klick*
x zur Leseprobe: *klick*
x Erste Sätze: Ich hätte diese Geschichte niemals aufgeschrieben, wenn ich nicht schwanger geworden wäre. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich hatte schon seit Längerem die Absicht, meine Jungfräulichkeit auf dem Ausflug nach Weston-super-Mare zu verlieren, allerdings nicht unbedingt an diesen Mann.

Klappentext:

Zwei Familien im Kampf um Liebe, Macht und Freundschaft

England, um 1930: Der junge Harry Clifton wächst bei den Hafendocks von Bristol heran, seine Mutter Maisie muss sich mit harter Arbeit durchschlagen. Um den Tod von Harrys Vater, der angeblich im Krieg gefallen ist, rankt sich ein Geheimnis. Harrys Leben nimmt eine Wendung, als er das Stipendium für eine Eliteschule erhält. Er tritt ein in die Welt der Reichen und lernt Giles Barrington sowie dessen Schwester Emma kennen, Erben einer Schifffahrt-Dynastie. Harry verliebt sich in Emma, ohne zu ahnen, dass die Schicksale ihrer Familien auf tragische Weise miteinander verknüpft sind …

Rezension:

Als mir bei einem Einkauf eine komplette Regalwand mit Büchern von Jeffrey Archer ins Auge fiel, sagte mir der Name des Autors noch nichts aber die Cover sahen sehr ansprechend aus. Also habe ich die Klappentexte gelesen und für gut befunden. Meine Mutter war an dem Tag auch dabei und so bekam ich den ersten Band von Jeffrey Archers Clifton-Saga, „Das Spiel der Zeit“, schließlich von ihr zu Weihnachten geschenkt juhu.

Zugegeben, die Story zieht sich am Anfang etwas, aber das ändert sich recht schnell. Nachdem ich mal in der Geschichte angekommen war, konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen und hatte wirklich das Gefühl, ich würde die Figuren vor mir sehen, als würde sich das Ganze direkt vor meinen Augen abspielen. Obwohl es verschiedene Handlungsstränge gibt und sich mit diesen auch die Erzählperspektive ändert was für mich etwas gewöhnungsbedürftig war , fühlte ich mich immer als wäre ich mittendrin, statt nur Leser.

Jedes der 56 Kapitel ist wichtig und wird, wie oben schon erwähnt, aus verschiedenen Charakter-Perspektiven erzählt. Während zu Anfang Maisie Clifton, eine ausserordentlich starke Person, die alles dafür macht, damit es ihrem Sohn Harry besser geht als dem Rest der Familie, schildert, wie die Familienverhältnisse im eigenen Haus sind, wer darin lebt, arbeitet und was sie sich für ihren Sohn wünscht, ist Harry Clifton fasziniert von der Arbeit seines Onkels und schleicht sich heimlich aus der Schule, um am Arbeitsort seines Onkels bei dem, was die Männer dort machen, zuschauen zu können. Er möchte so schnell als nur möglich auch anfangen zu arbeiten, doch es kommt anders: Er erhält ein Stipendum für eine Eliteschule.

Dort hat er es zunächst nicht leicht, doch er setzt sich nach und nach durch und lernt zwei Jungs kennen: Deakins, den Schlaumeier, und Giles, der sein bester Freund wird. Über Giles’ Vater Hugo möchte ich an dieser Stelle nur verraten, dass er zunächst definitiv ein unterschätzter Charakter ist. Außerdem verfolgt der Leser noch Old Jack Tar, einen verrückten alten Mann. Er hilft Harry und seiner Mutter Maisie, wo er nur kann und entpuppt sich als Retter in der Not und guter Freund.

Die Kapitel sind in Zeiträume aufgeteilt, z. B. „19201936 Maisie“ und als nächstes „19201933 Harry“ usw. Anfangs ist es gewöhnungsbedürftig, dass die Geschichten der einzelnen Personen immer im gleichen Jahr anfangen. Aber letztendlich ist es wirklich sehr spannend, die Leben der Charaktere parallel verlaufend zu beobachten.

Ich kann den Auftakt der Clifton-Saga absolut jedem empfehlen, der gerne historische Romane und Familiendramen liest. Wenn ihr euch da genauso reinsteigert wie ich, dass ihr das Gefühl habt, IN der Geschichte zu sein, werdet ihr verstehen, was ich meine. Ich bin schon ganz gespannt, wie es in den nächsten Teilen weitergeht.

Fazit:

Der mitreißende und fesselnde Auftakt eines Familienepos, angesiedelt in der Vorkriegszeit man möchte es nicht mehr aus der Hand legen.

Bewertung:

Über den Autor (lt. Klappentext):

Jeffrey Archer, geboren 1940 in London, verbrachte seine Kindheit in Weston-super-Mare und studierte in Oxford. Er schlug eine bewegte Politiker-Karriere ein, die bis 2003 andauerte. Weltberühmt wurde Archer als Schriftsteller. Er verfasste zahlreiche Bestseller und zählt heute zu den erfolgreichsten Autoren Englands. Sein historisches Familienepos Die Clifton-Saga stürmt auch die deutschen Bestsellerlisten und begeistert eine stetig wachsende Leserschar. Archer ist verheiratet, hat zwei Söhne und lebt in London und Cambridge.

Posted in Historischer Roman, Rezensionen | Tagged , , , , , , , , , , , , , , , , | Leave a comment

[Gastrezension|Christiane] Mieze Undercover von Mina Teichert

x Autorin: Mina Teichert
x Originaltitel: Mieze Undercover
x Reihe: Daniela Katzenbeger Krimi-Edition, Fall 1
x Genre: Chick-Lit-Krimi
x Erscheinungsdatum: 03. November 2017
x bei Eden Books
x 320 Seiten
x ISBN: 3959101392
x zur Leseprobe: *klick*
x Erste Sätze: „Ist ja gut, mein Süßer, alles wird gut.“ Gabrieles Worte klingen leise und beruhigend, ihre gummibehandschuhten Finger streichen rhythmisch über das kurze schwarze Fell, kraulen das Dreieck hinter dem linken Ohr. „Bald hast du es hinter dir.“

Klappentext:

„Steckt nicht in jeder Frau eine heimliche Ermittlerin?“ – Daniela Katzenberger

Michaela Moll – von allen nur Mieze genannt – hat einen liebevollen Ehemann, eine süße Tochter und ist hauptberuflich Hausfrau. Allerdings ist sie von ihrem Alltag zwischen Bauklötzen und Mutti-Stammtisch genervt. Um wieder Abwechslung in ihr Leben zu bringen, bewirbt sie sich um einen Bürojob im Polizeirevier – und wird prompt eingestellt. Gleich an ihrem ersten Arbeitstag platzt die schlagfertige Blondine in einen Undercovereinsatz in einer Tabledancebar. Zum Glück weiß sie sich zu helfen und windet sich als sexy Pole-Tänzerin mal eben aus dem Schlamassel – was ihr eine umgehende Beförderung zur verdeckten Ermittlerin im Rotlichtmilieu einbringt. Den Balanceakt zwischen ihrem Alltag als Mama und ihrer Geheimexistenz als Undercover-Agentin meistert Mieze fortan mit Charme, einer beeindruckenden Beobachtungsgabe und viel Witz.

Rezension:

Von Mina Teicherts „Mieze Undercover“, dem 1. Fall für Mieze Moll aus der Daniela Katzenberger Krimi-Edition dachte zuerst: „O weh, ob das was ist?“ Aber ich bin jemand, der versucht, eine fundierte Meinung zu haben, und das geht eben nur, wenn man sich mit den Dingen beschäftigt bzw. in diesem Fall das Buch liest.

Was noch wichtig ist: Daniela Katzenberger diente der Autorin zwar als Vorlage für die Protagonistin, hat aber in keinster Weise am Text mitgewirkt, auch wenn das vielleicht durch ihren Namen auf dem Buchcover so wirkt. Im Impressum wird sie übrigens als Herausgeberin genannt.

Aber nun zur Story: Mieze Moll ist eine attraktive junge Frau mit Kind und Vorzeigeehemann. Sie ist eigentlich ganz happy mit ihrem Leben, bekommt aber irgendwann den Hausfrauenblues, möchte sie doch tagsüber auch mal ganz normale Erwachsenengespräche führen. Zudem sehnt sie sich danach, ihr eigenes Geld zu verdienen und Bestätigung zu bekommen, dass das, was sie macht, eine tolle Sache ist.

So beschließt sie, wieder arbeiten zu gehen. Was ihren Mann angeht – da platzte mir echt fast die Hutschnur, denn er ist nicht sehr begeistert von Miezes Plänen und bietet ihr sogar an, ihr Haushaltsgeld zu erhöhen. Hallo? Es ist eine Sauerei, dass es in unserer Zeit noch Männer gibt, die meinen, ihrer Frau Taschengeld geben zu können. Mieze hat noch nicht mal Zugriff auf (s)ein Konto! So, das musste jetzt raus, um mein kleines Feministinnenherz zu erleichtern.

Jedenfalls setzt sich Mieze durch und erhält schließlich einen Job in der örtlichen Polizeiverwaltung und durch einen verrückten Zufall schlittert sie in einen Undercovereinsatz, durch den sie kurzfristig als Tabledancerin tätig sein soll. Selbstverständlich ist sie am Ende auch an der Lösung des Verbrechens entscheidend beteiligt.

Die Auflösung des Kriminalfalles hat mich nicht mega überrascht, allerdings war der Ausgang aber auch nicht auf den allerersten Blick  zu erkennen. Das Ganze ist locker-flockig geschrieben und lässt sich flüssig und dadurch schnell lesen – bewegt nicht die Welt, ist aber ein netter Zeitvertreib. Ich würde „Mieze Undercover“ weniger als Krimi und mehr als Chick-Lit-Roman bezeichnen. Wem beispielsweise die Betsy-Taylor-Reihe von Mary J. Davidson gefällt, könnte auch der Story um Mieze Moll Gefallen finden.

Fazit:

Eine locker-flockige Ablenkung für zwischendurch, fast wie eine Soap in Buchform. Kurz: nichts für Leser, die einen Krimi mit viel Spannung und einem Wahnsinnsfinale erwarten.

Bewertung:

 

Über die Autorin (lt. Klappentext):

Mina Teichert wurde 1978 in Bremen geboren. 2017 stand sie mit Neben der Spur, aber auf dem Weg wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Ihr Vater ist Kommissar a. D., was nicht zuletzt auch Mina Teicherts Leidenschaft für Krimis begründet.

________________________
Verfolgt, was Christiane sonst so liest. Wo? – Auf ihrem Instagram-Account bagsandbookschristiane.

Posted in Krimi, Thriller & Horror, Rezensionen | Tagged , , , , , , , , , | Leave a comment