[Buchverfilmung+Gewinnspiel] Patrick Ness’ und Siobhan Dowds „Sieben Minuten nach Mitternacht“

„Sieben Minuten nach Mitternacht“ schlug 2011 große Wellen. Während die an Krebs erkrankte und 2007 daran verstorbene Siobhan Dowds die Idee zur Geschichte lieferte, setzte Patrick Ness diese auf so wortgewaltige Weise um, dass die Leser hellauf begeistert waren. Zudem wurde das Werk 2012 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet … und an dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich es nie geschafft habe, das Buch zu lesen. Die illustrierte Ausgabe fristet seit Ewigkeiten ihr Dasein als Wunschlistenbuch – und wird es vermutlich aus Zeitgründen auch bleiben.

Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich letzte Woche die Möglichkeit bekam, den Film vor dem offiziellen Heimkinostart zu sehen – der Film ist nämlich erst ab 19. Oktober auf DVD, Blu-ray und digital erhältlich. Außerdem erschien bei der Hörverlag bereits im April 2017 das Hörbuch zum Film, gelesen von Maria Furtwangler – hier könnt ihr ein paar Minuten reinlauschen: *klick*.

Bevor ich zum Film an sich komme, lasst erst mal den Gänsehaut mit sich bringenden Trailer auf euch wirken:

Worum geht es?

Conors (Lewis MacDougall) Leben ist alles andere als leicht. Seine Mutter (Felicity Jones) ist schwer krank, er fürchtet seine strenge Großmutter (Sigourney Weaver), bei der er jetzt leben soll, und außerdem die Jungs, die ihn in der Schule verprügeln – und am schlimmsten ist der dunkle Albtraum, der ihn jede Nacht quält.
Doch eines Tages ändert sich etwas: Die alte Eibe vor seinem Fenster verwandelt sich in ein riesiges Monster und spricht zu ihm. Instinktiv begreift Conor, dass er keine Angst haben muss, und das Monster beginnt ihm nach und nach drei Geschichten zu erzählen – immer um sieben Minuten nach Mitternacht.
Die Geschichten begleiten Conor auf dem Weg zu Wahrheit hinter seinem Schmerz, bis er sich schließlich seinem Albtraum stellen und eine vierte Geschichte erzählen muss.

Mein Fazit:

Ein großartiger Film! Zwar kann ich keine Vergleiche zum Buch ziehen, doch der Film hat mich absolut gefesselt und sehr berührt. Am meisten begeistern konnte mich übrigens die optische Darstellung der Geschichten, die das Monster erzählt – aber lasst euch selbst überraschen ;-).

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Gewinnspiel

Ihr wollt Connor und das Monster visuell oder akustisch kennenlernen? Dann nehmt doch einfach am Gewinnspiel teil :-). Gewinnen könnt ihr entweder eine Blu-ray oder das Hörbuch zum Film.

Um zu gewinnen, beantwortet folgende Frage in den Kommentaren:

Welcher Film und welches Buch haben euch zutiefst berührt?

Teilnahmebedingungen:
x Beantwortet die Frage bis zum 18..10.2017 um 23:59 Uhr in den Kommentaren und vergesst eure E-Mail-Adresse nicht.
x. Mit der Teilnahme erklärt ihr euch einverstanden, dass eure Adresse im Gewinnfall für den Versand des Preises an die Entertainment Kombinat GmbH weitergegeben werden darf.
x Teilnehmen könnt ihr, wenn ihr über 18 seid (oder die Einverständnis der Eltern habt, eure Adresse weiterzugeben) und aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommt.
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[Rezension] Der geheime Zirkel: Gemmas Visionen von Libba Bray

hier erhältlich *klick*

x Autorin: Libby Bray
x Übersetzerin: Ingrid Weixelbaumer
x Titel: Der geheime Zirkel: Gemmas Visionen
x Originaltitel: A Great and Terrible Beauty
x Reihe: Der geheime Zirkel, Band 1
x Genre: Fantasy/Jugendbuch
x Erscheinungsdatum: 01. Mai 2007
x bei dtv
x 480 Seiten
x ISBN: 3423712287
x zur Leseprobe: *klick*
x Erste Sätze: „Bitte sag nicht, dass die zu meinem Geburtstagsessen heute Abend gehört.“ Ich starre einer Kobra in die Augen. Eine überraschend rosafarbene Zunge züngelt aus ihrem grausamen Mund, während ein blinder Inder meiner Mutter seinen Kopf zuneigt und auf Hindi erklärt, dass Kobras eine schmackhafte Mahlzeit abgeben.

Klappentext:

England, 1895: Gemma und ihre Freundinnen besuchen ein Internat für höhere Töchter. Den strengen Regeln zum Trotz treffen sie sich nachts in einer Höhle zu spiritistischen Séancen. Dabei lesen sie in einem mysteriösen Tagebuch, das von einem magischen Reich berichtet. Eigentlich glauben die Mädchen nicht an so einen Unsinn, aber Gemma hat in Visionen ganz Ähnliches gesehen …

Rezension:

Auf „Der geheime Zirkel: Gemmas Visionen“ von Libba Bray wurde ich durch die ansprechende Verpackungskombi aus Cover, Titel und Klappentext aufmerksam. Ich hatte deshalb hohe Erwartungen an die Story und habe mich lange nicht getraut, das Buch zu lesen, denn meist bin ich enttäuscht von der Geschichte, wenn ich zu viel erwarte. Dabei hätte ich diesen Reihenauftakt ruhig direkt lesen können, denn er hat Lieblingsbuchqualitäten.

Libby Bray schreibt einfach wunderbar. Die Geschichte wird sehr authentisch aus Sicht der toughen 16-jährigen Gemma erzählt, wobei der Text an sich durch viel wörtliche Rede sehr lebendig wirkt. Zusätzlich wurden immer wieder Briefe und Tagebucheinträge eingewoben – für mich die perfekte Mischung.

Zunächst führt Gemma ein sehr ungewöhnliches Leben für eine Jugendliche Ende des 19. Jahrhunderts, denn sie lebt mit ihrem kranken Vater und ihrer resoluten Mutter in Indien. Allerdings wäre sie stattdessen viel lieber in England, um dort eine klassische Schulbildung zu erhalten; sie sorgt sich, in Indien als alte Jungfer zu enden.

Als etwas Schreckliches geschieht, erfüllt sich ihr Wunsch auf unliebsame Art und Weise und Gemma wird auf ein Internat nach London geschickt, wo sie Anfangs nur schwer Anschluss findet. Alles ändert sich, als sie eines Tages ein altes Tagebuch findet, in dem von einem magischen Reich berichtet wird. Nach und nach findet sie heraus, dass auch sie die Macht besitzt, sich selbst und andere in diese andere Welt zu bringen, wodurch Felicity, Pippa, Außenseiterin Ann und Gemma zu Verbündeten werden. Doch wer ist der junge Mann, der immer wieder urplötzlich auftaucht und Gemma (natürlich vergeblich) vor dieser anderen Welt warnt? Ich spoilere nicht, wenn ich verrate, dass die ungewöhnlichen Reisen irgendwann völlig aus dem Ruder laufen.

Mit etwas mehr Zeit hätte ich das Buch sicher am Stück gelesen, weil mich die Story zu 100 Prozent fesseln konnte. Der Spannungsaufbau ist genial und sowohl Gemma als auch die anderen drei Mädchen sind mir richtig ans Herz gewachsen, weil jede einzelne von ihnen so „echt“ wirkt. Die Autorin hat hier keine makellosen höheren Töchter erschaffen, sondern Mädchen mit Ecken und Kanten, die dadurch umso glaubwürdiger wirken.

Wer auf Jugendbücher mit Magieanteil und dazu noch auf das viktorianische Zeitalter steht, sollte sich diesen Reihenauftakt unbedingt mal ansehen.

Fazit:

Authetische Charaktere, geheime Séancen und eine sich zusammenbrauende Gefahr – absolute Empfehlung.

Bewertung:


Über die Autorin (lt. Klappentext):

Libba Bray ist die Autorin von mehreren Theaterstücken und einigen Kurzgeschichten. „Der geheime Zirkel – Gemmas Visionen“ ist ihr erster Roman, der es auf Anhieb auf die Bestsellerliste der New York-Times schaffte. Auch die Fortsetzung ist in den USA äußerst erfolgreich. Heute lebt die in Texas aufgewachsene Autorin mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Brooklyn, New York.

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[Challenge+Buchzitate] Gesammelte Schätze im Juli 2017

Das Seelenhaus von Hannah Kent

„Wenn es etwas gibt, das Blöndal mehr liebt als religiöse Geißelung, dann ist es seine eigene Stimme.“
(Seite 208)

„Am liebsten mag ich Sagas. Wie es so schön heißt – blíndur er bóklaus maður. Blind ist der Mann ohne Buch.“
(Seite 216)

„(…) Er liebte es, mit anzusehen, wie sie aus Worten etwas schuf. Sie erfand ihre eigene Sprache, um auszudrücken, was andere nur fühlten.“
(Agnes über Magnús und die Dichterin Rósa; Seite 217)

Manchmal, wenn ich mit dem Pfarrer gesprochen habe, tut mir der Mund weh. Meine Zunge fühlt sich sterbensmatt an; sie scheint zwischen meinen Zähnen, die wie Steine sind, in sich zusammenzusacken, wie ein toter Vogel, der nur noch aus nassem Gefieder besteht.
(Seite 249)

Erst später begann ich unter dem Gewicht seiner Entgegnungen und seiner schwarzen Gedanken zu ersticken. Erst später verursachten unsere Zungen Erdrutsche, fielen wir in die Spalte zwischen dem, was wir sagten, und dem, was wir meinten, bis wir einander nicht mehr finden konnten und unseren eigenen Worten nicht mehr vertrauten.
(Seite 251)

Der Asteroid ist noch das kleinste Problem von Katie Kennedy

Seine Worte hingen in der Luft, als würde die Schwerkraft bei blöden Bemerkungen nicht wirken.
(Seite 44)

Die Zentrifugalkräfte hielten sie in ihrer Umlaufbahn. Stoffmonde ohne Planeten. Ein Sonnensystem ohne Sonne.
(Yuri über seine Wäsche im Trockner; Seite 75)

„Sind wir wirklich aus Sternenzeugs gemacht?“
„Ja. Alle Elemente, die Voraussetzung für Leben sind – wie Kohlenstoff -, waren am Anfang Wasserstoff in Sternen.“
„Ich glaube, bei dir ist mehr von dem Sternenzeug übrig geblieben.“
„Mein Wasserstoff hat sich noch nicht zu schwereren Elementen verbunden?“
„So ähnlich.“
(Seite 104-105)

Er sah sich einem heranrasenden Asteroiden und einer Unterhaltung mit Luna über die Brüste eines anderen Mädchens gegenüber. Eine der beiden Situationen war brandgefährlich, und es war nicht der BR1019.
(Seite 140)

„Wir Russen werden mit Kohl betrieben. Er gibt uns Kraft, neben Wänden zu stehen, ohne uns anzulehnen.“
(Seite 263)

„Ich träume in Farbe und ich erinnere mich in Farbe und ich hoffe in Farbe“
„Welche Farbe hat Hoffnung?“
„Ich hoffe in allen Farben“, sagt Luna. „Das macht es zu Hoffnung.“
(Seite 319)

Vergessene Kinder von Luna Darko

Du musst nicht irgendeinen verkackten Scheißjob machen, wenn du es richtig angehst. Vor allem heutzutage, wo es das Internet gibt.
(Seite 58)

Mit sich selbst zu reden, ist viel mehr zuhören als sprechen.
(Seite 82)

Menschen müssten nicht alle auf denselben Wissensstand gebracht werden, Menschen müssten sich viel eher ihrer selbst und ihrer Umwelt wieder bewusster werden, glaubte er.
(Seite 127)

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[Rezension] Die Bibliothek der besonderen Kinder von Ransom Riggs

hier erhältlich *klick*

x Autor: Ransom Riggs
x Übersetzerin: Silvia Kinkel
x Titel: Die Bibliothek der besonderen Kinder
x Originaltitel: Library of Souls
x Reihe: Miss Peregrine, Band 3
x Genre: Fantasy/Jugendbuch
x Erscheinungsdatum: 02. November 2016
x bei Knaur
x 544 Seiten
x ISBN: 3426520273
x zur Leseprobe: *klick*
x Erste Sätze: Das Monster stand nicht mal eine Zungenlänge entfernt, den Blick auf unsere Kehlen gerichtet, das verschrumpelte Gehirn voller Mordgelüste. Sein Hunger nach uns erfüllte die Luft.

Klappentext:

Das mitreißende Finale der „Besondere Kinder“-Trilogie

Nur knapp sind Jacob und Emma in einer Londoner U-Bahn-Station dem Tod entkommen. Noch überwältigt von Jacobs neuer Gabe, begeben sie sich auf eine gefährliche Suche, um ihre Freunde und Miss Peregrine aus den Fängen der Wights zu gefreien. Ihre abenteuerliche Reise führt sie in eine weitere Zeitschleife, genannt Devil’s Acre. In diesem viktorianischen Slum haust der Abschaum der „Besonderen“, der Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Dort kommen Jacob und Emma dem Geheimnis um die sagenumwobene „Seelenbibliothek“ Abaton auf die Spur, das über das Schicksal aller besonderen Kinder entscheiden wird.

Rezension:

Zwei Jahre nach dem letzten Band und ganze fünf Jahre nach dem Start der Trilogie um Miss Peregrines besondere Kinder offenbart Ransom Riggs seinen Lesern in „Die Bibliothek der besonderen Kinder“ endlich das spannende Ende der Geschichte.

Wie bereits sein Vorgänger beginnt auch Band 3 mit einer kurzen Einstimmung in Fotoalbumoptik. Unter alten Schwarz-weiß-Biildern werden dem Leser die gängigsten Begriffe dieser Welt, wie z. B. Zeitschleife, Hollowgast oder Wight, wieder ins Gedächtnis gerufen.

Die Story setzt schließlich genau an der Stelle ein, an der „Die Stadt der besonderen Kinder“ endete. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es lohnt sich, dieses Buch noch mal rauszukramen und die letzten drei Seiten noch einmal zu überfliegen, bevor man mit Band 3 beginnt. Ich konnte mich nach zwei Jahren nicht mehr an den Ausgang erinnern und war über den prompten Einsatz zunächst etwas irritiert. Doch nach den ersten zehn Seiten hatte ich mich in der Geschichte eingefunden, woran Riggs flüssiger Schreibstil nicht ganz unschuldig war.

[Achtung, Spoiler Band 2!]
Um ihre Freunde aus der Gefangenschaft der Wights zu retten, machen sich Jacob, Emma und der sprechende Hund Addison mit Fährmann Sharon auf in die gefährlichste aller Zeitschleifen: den viktorianischen Slum Devil’s Acre. Ihre Reise führt sie über Umwege zu Mr. Bentham, einem Egozentriker, der in einer ganz besonderen Villa lebt und den Kindern helfen will, wenn auch nicht ohne Hintergedanken. Um Bronwyn, Enoch und die anderen letztendlich befreien zu können, muss Jacob herausfinden, ob er wirklich mit den gefährlichen Hollowgasts kommunizieren kann und was es mit der sagenumwobenen Seelenbibliothek auf sich hat. Außerdem stellt sich bis zuletzt die Frage, ob seine und Emmas Liebe eine Chance hat. Es bleibt auf jeden Fall durchgehend spannend.

Da das Buch direkt an „Die Stadt der besonderen Kinder“ anschließt, ist „Die Bibliothek der besonderen Kinder“ nur für Leser geeignet, die die beiden Vorgänger bereits gelesen haben, was ein Quereinsteigen unmöglich macht. Aber diejenigen, die sozusagen up to date sind, kommen auf ihre Kosten, denn an dem, was die Reihe so besonders macht – die alten Fotografien – wird auch diesmal nicht gespart.

Einziger Wehmutstropfen für Sammler und Liebhaber von schicken Bücherregalen: Während Band 1 und 2 zunächst als Hardcover erschienen, gibt es das Finale der Trilogie nur als Taschenbuch. Mensch, Knaur … ist euch denn gar nichts heilig? Das sieht doch nicht schön aus. Mimimi >:( …

Fazit:

In einem spannenden Finale findet die Trilogie ein Ende, das Jacob und den besonderen Kindern würdig ist.

Bewertung:


Über den Autor (lt. Klappentext):

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[Challenge+Buchzitate] Gesammelte Schätze im Juni 2017

Das Seelenhaus von Hannah Kent

Ich fühle mich trunken von Sommer und Sonne. Ich möchte mir den Himmel greifen und ihn aufessen. Während die Sensen mit scharfen Fingern durch die Stengel fahren, gibt das geschnittene Gras ein Stöhnen von sich.
(Seite 121)

Die Sense steigt in die Luft und fällt herab, steigt und fällt, fängt die Sonne entlang ihrer Schneide ein und wirft mir das Licht in die Augen – wie ein heller Gottesgruß.
(Seite 121)

Zwei Väter und eine Mutter, die mir so verschwommen erschienen wie Fremde, die sich im Schneesturm entfernen.
(Seite 129)

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