Ich denke mal dieses Phänomen wird jedem bekannt sein und ich bin auch bestimmt nicht die erste, die darüber schreibt.
Dennoch ist es mir ein Bedürfnis da mir gerade das wieder unterlaufen ist und es ist jedesmal wieder so verdammt ärgerlich.
Zu Weihnachten bekam ich von meiner Mama “Jack Ketchum’s Evil“.
Ein Thriller über dessen Autor Stephen King frei zitiert sagt, dass er die besten Thriller Amerikas schreibt.
Und es war auch nicht zu viel versprochen. Das Buch ist ein Schlag ins Gesicht. Es orientiert sich an dem Mordfall der Sylvia Likens.
Es war das erste Buch bei dem ich gegen Ende sogar den Tränen nahe war, da die Beziehung von Davey und Meg so wunderbar beschrieben wird.
Jetzt habe ich mir vorhin zusammen mit meinem Freund den gleichnamigen Film angeschaut.
Erst dachte ich, dass er bestimmt gut wird immerhin habe ich verwendete Phrasen 1:1 wieder aus dem Buch erkannt.
Ich finde es nämlich gut, wenn der Film so gut wie nicht von dem Buch abweicht.
Doch nach kurzer Zeit schwand meine Euphorie, denn die beiden wurden sich immer unähnlicher, die Details unterschieden sich immer mehr. Sehr große Enttäuschung. Vor allem, da die Stelle, die ich im Buch so bewegend fand komplett durcheinander und dadurch dämlich war.
Und das ist natürlich nicht das einzige Beispiel.
Eine ebenfalls phänomenal schlechte Filmadaption war meiner Meinung nach Tintenherz.
Das Buch von Cornelia Funke hab ich vor einem Jahr auf Englisch gelesen und fand es einfach nur fesselnd und toll.
Den dazugehörigen Film habe ich gesehen als er auf DVD rauskam und habe ihn mir von einer Bekannten ausgeliehen.
Ich habe ihn jedoch in dem Moment als sie bei Capricorn das erste Mal vorlesen sollen wieder ausgemacht…es war einfach nicht Tintenherz.
Am schlimmsten finde ich jedoch, wenn sie simpel umsetzbare Details einfach weglassen oder ändern. Wie z.B. die Haarfarbe der Charaktere. Das ist etwas was mich immer ungemein ärgert.
Zum Beispiel Ron Weasley aus Harry Potter der im Buch als groß und schlacksig beschrieben wird und dann ist es der kleine Rupert. Nein! Das ist einfach nicht Ron, auch wenn es jetzt wo sie älter geworden sind langsam geht…
Ihr habt bestimmt auch noch einige solche Beispiele auf Lager oder?
Lest ihr generell zu erst die Bücher bevor ihr die Filme anschaut?
Ich werde mir das jetzt auf jeden Fall versuchen anzugewöhnen…




9. Januar 2010 12:30
Das Problem ist, dass selbst der begnadetste Regisseur nicht dein Kopfkino nachdrehen kann, sondern einem seine Vorstellungen auferlegt. Ganz gleich wie nahe er es am Original glaubt, Worte sind für eine exakte Interpretation immer zu vielschichtig und was die 90 Minuten anbelangt, immer noch zu lang.
Ebenso vorsichtig sollte man übrigens auch bei Büchern zu Filmen sein. Bestes Beispiel meinerseits ist –passend zur Kategorie- 8MM. Grandioser Film, dicht, emotional, unverblümt, aus dem eine gedruckte Gutenachtgeschichte gemacht wurde.
10. Januar 2010 22:24
Von der Verfilmung von ‘Tintenherz’ war ich auch enttäuscht – und dass obwohl ich das Buch gar nicht so sehr mochte, aber der Film war um Längen schlechter.
Schlecht umgesetzt fand ich auch, ganz aktuell, den neuen ‘Dorian Gray’ mit Ben Barnes. Die Faszination und den Wahnsinn des Buches erkennt man im Film kaum wieder.
Andererseits gibt es aber auch einige Filme, die mich positiv überrascht haben, sei es nun ‘Twilight’ oder ‘Fight Club’, manchmal sind mir die Filme einfach sympathischer als die Bücher. :)
11. Januar 2010 16:29
@Guldhan: Ich erwarte ja auch nicht, dass alles genau so aussieht, wie ich es mir vorgestellt habe…Das ist klar, aber nehmen wir zum Beispiel aktuell “Mitternachtszirkus”. Darren hat im Buch blaue Haare und im Film stinknormale dunkelbraune…Das hat ja nichts mit Kopfkino zu tun oder?
Und Bücher zu Filme lese ich generell nie…ich finde die Autoren machen es sich damit zu einfach…das spricht mich nicht an.
@Sasy: Ich hab von Twilight weder die Bücher gelesen noch die Filme gesehen, da ich die ganze Story einfach furchtbar finde…vor allem diesen grenzenlosen Hype.
Von Fight Club kenne ich nur die wahrlich geniale Verfilmung, habe mir aber schon ewig mal vorgenommen das Buch zu lesen und vergesse es dann doch immer wieder -.-
12. Januar 2010 20:48
Derartig grobe Verstöße gegen den Inhalt sind natürlich fraglich. Denn ein jeder Autor wird sich bei der Beschreibung seiner Figuren schon etwas gedacht haben.
Fight Club kann ich als Buch nur empfehlen. Ich sah den Film zuerst und konnte somit beim Lesen wunderbar Helena Bonham Carter, Edward Norton und Brad Pitt hineinprojizieren. Auch leidet der Film nicht darunter, dass ich nun das Buch kenne. Allerdings war der Protagonist sowie »Projekt Chaos« im Buch zynischer und um Längen selbstzerstörerischer.