[Rezension] Nana – … der Tod trägt Pink von Barbara Stäcker und Dorothea Seitz

Nanax Autorinnen: Barbara Stäcker, Dorothea Seitz
x Originaltitel: Nana – … der Tod trägt Pink. Der selbstbestimmte Umgang einer jungen Frau mit dem Sterben
x Genre: Biographie
x Erscheinungsdatum: 25. Februar 2013
x 176 Seiten
x Irisiana
x ISBN: 3424151963
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x Erste Sätze: Wenn ich im Nachhinein überlege, wann mir das erste Mal in den Sinn kam, die Geschichte meiner am 10. Januar 2012 mit 21 Jahren verstorbenen Tochter Nana weiterzuerzählen, so war dies bereits wenige Monate nach ihrer Krebsdiagnose. Hoffnung auf Heilung hatte ich lange – und doch beschlich mich schon früh die böse Ahnung, dass bei der Schwere ihrer aggressiven Erkrankung die Chancen für sie extrem gering sein dürften.

Klappentext:

Warum ist Nanas Geschichte so anders?

Normalerweise meint man, ein schwerkranker, dem Tod geweihter Mensch versteckt sich und zieht sich zurück. Nana jedoch hat sich in dieser Zeit selbst gefunden und dies öffentlich gemacht. Mal zeigt sie sich selbstbewusst, mal verletzlich, mal verspielt, mal nachdenklich, mal tough auf den beeindruckenden Bildern, die in ihrem letzten Lebensjahr entstanden sind.
Sie hat nicht nach Sinn gesucht, sondern ihn für sich gefunden. Ihr letzter Wunsch war es, dass auch andere Menschen, die wie sie vom Leben herausgefordert werden, sich selbstbestimmt mit dem Tod auseinandensetzen. Dieses Buch ist sowohl das berührende Vermächtnis einer außergewöhnlichen, jungen Frau als auch eine informative Lektüre für alle, die mehr wissen wollen.

Rezension:

Normalerweise mache ich eher einen Bogen um Bücher, in denen Schicksale von realen Menschen erzählt werden, da sich die Geschichten meist ziemlich gleichen. Doch bei „Nana – … der Tod trägt Pink“ von Barbara Stäcker und Dorothea Seitz sieht man schon am verspielt verzierten Cover, auf dem ein wunderschönes Mädchen mit tieftraurigem Blick zu sehen ist, dass es sich bei diesem Buch um etwas Besonderes handelt.

Wenn man die Klappbroschur aufschlägt findet der Leser zwei Seiten voll mit Zitaten von Leuten die Nana auf ihrem schweren Weg begleiteten und kann sich damit schon einmal ein grobes Bild davon machen, was einem nach dem Inhaltsverzeichnis an Emotion entgegenschlägt.

Neben dem Vorwort gibt es insgesamt sieben grobe Themen, welche noch einmal in kleinere Kapitel unterteilt sind. Am Anfang der Überkapitel ist immer ein anderes doppelseitiges Foto von Nana zu sehen – ein Teil der im Buch und auch in ihrer Krankheitsgeschichte eine große Rolle spielt, denn bis wenige Monate vor ihrem Tod stand die junge Frau vor der Kamera und veröffentlichte ihre Fotos im Internet.

Was ich gut finde ist, dass kein Geheimnis daraus gemacht wird, dass es Nana nicht geschafft hat – man erfährt dies gleich im ersten Satz. Auch im weiteren Text wird diese Tatsache immer wieder indirekt erwähnt und verdeutlicht damit, wie nah Leben und Tod zusammenliegen. Aus dem Sterben wird kein ‚Tabuthema‘ gemacht – es gehört nun mal leider einfach zum Leben dazu…

Ein bisschen ist „Nana – … der Tod trägt Pink“ wie ein richtig toll gestaltetes ‚Fotoalbum des Lebens’… Es wird vom Feststellen der Krankheit berichtet, davon, wie Nana nach dem ersten Tief mit Hilfe ihrer fotografierenden Mutter ihre Schönheit wieder entdeckt, vom Verlauf der Krankheit und im letzten Kapitel auch von ihrem ‚Gehen‘. Am meisten hat mich jedoch „In Joy and Sorrow“ berührt – das Kapitel über Nana und ihren Verlobten, Chris.

An den Rändern findet man immer wieder Infoboxen zur Krankheit und zur Behandlung, und auch Zitate von engen Vertrauten oder von Nana selbst. Außerdem viele Fotos mit Unterschriften, welche in der Krankheitszeit entstanden – die meisten davon außergewöhnlich, schrill, aber auch düster… einfach wunderschön. Schon allein wegen der Fotos, von denen viele in die schwarzromantische Richtung gehen, ist dieses Buch wundervoll.

Was einem erst auf den zweiten Blick auffällt: Der Schmetterling aus dem ‚Nana-Logo‘, das für den gemeinnützigen Verein „Nana – Recover your smile e. V.“ verwendet wurde, befindet sich auf jeder Seite – und wenn man das Buch ganz schnell durchblättert, bemerkt man, dass es sich dabei um ein Daumenkino handelt und der Schmetterling durchs Buch fliegt.

Fazit:

Herzergreifend, ein Kunstwerk und informativ zugleich – Nana zeigte zu Lebzeiten, dass Leben und Tod zwar nah beieinander liegen, dies aber kein Grund ist, sich damit abzufinden. Ein Herzbuch.

Bewertung:

5Über die Autorinnen (lt. Klappentext):

Barbara Stäcker, 1961 geboren, erlernte nach vier Semestern Innenarchitektur und Bildhauerei den Beruf der medizinischen Fachangestellten. Als die Tochter Mariana, genannt Nana, mit 20 Jahren im Herbst 2010 schwer erkrankt, begleitet die Mutter die Tochter mit all ihrer Liebe aber auch mit ihren beruflichen Kenntnissen und ermutigt sie, sich fotografisch-künstlerisch zu inszenieren. 2012 hat sie den gemeinnützigen Verein Nana – Recover your smile e. V. ins Leben gerufen.

Dorothea Seitz, 1967 geboren, arbeitete bereits während des Studiums als Moderatorin und Redakteurin bei diversen Radiostationen. Nach fünf Semestern Psycholinguistik wechselte sie zu Antenne Bayern, wo sie ab 1996 Unterhaltungschefin war. 2001 gründete sie gemeinsam mit drei Mitgesellschaftern das Unternehmen Halle 5 Media GmbH. Seit 2012 ist sie als selbstständige Crossmedia-Autorin für alle Publikationsformen (Print, Audio, Video, Online) tätig und hält Seminare in Gestaltung digitaler Medien.
Sie ist Gründungsmitglied des gemeinnützigen Vereins Nana – Recover your smile e. V. und seit 1991 ehrenamtliches Mitglied der Stiftung Antenne Bayern hilft. Dorothea Seitz ist verheiratet, hat einen Sohn und lebt in München.

pentagramSchwarze-Szene-Faktor: Nana gehörte dazu, deshalb gibt es im Buch viele Fotos, die sehr düsterromantisch sind, aber auch im Text wird das Thema gestreift.

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5 Responses to [Rezension] Nana – … der Tod trägt Pink von Barbara Stäcker und Dorothea Seitz

  1. Das war bestimmt keine einfache Lektüre und bestimmt nicht einfach zu rezensieren. Deine Rezension ist wirklich klasse geworden und ich denke, dass Buch ist auf seiner Art und Weise etwas ganz besonderes. So wie du es beschrieben hast, ist man ja doch irgendwie ganz nah am Geschehen dabei. Traurig und doch wunderschön.

    Liebe Grüße
    Vanessa

    • Tialda says:

      Das Buch ist schwer, aber andererseits auch wieder extrem leicht – ich hab nur 2 Tage daran gelesen, weil ich nicht mehr aufhören konnte.
      Dafür lag es dann aber fast zwei Wochen auf dem Tisch, bevor ich anfangen konnte zu schreiben. Nachdem diese „Schwelle“ aber überschritten war, sind die Worte nur so rausgesprudelt.

  2. Manche Bücher muss man einfach eetwas länger liegen lassen bevor man die richtigen Worte findet.
    So geht es mir im Moment mit dem Buch Asphaltspuren von Antje Szillat.

  3. Seitenfetzer says:

    So wie das klingt, hälst du das Buch für sehr empfehlenwert, oder?

    Ich hypnotisiere es schon seit einer Weile förmlich, wenn es mir in Buchläden begegnet… vielleicht sollte ich es mir wirklich mal kaufen… scheint auf jeden Fall nicht übel zu sein…

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