[Abgebrochen] Ich, Eleanor Oliphant von Gail Honeyman

x Autorin: Gail Honeyman
x Übersetzerin: Alexandra Kranefeld
x Titel: Ich, Eleanor Oliphant
x Originaltitel: Eleanor Oliphant is Completley Fine
x Genre: Roman
x Erscheinungsdatum: 24. April 2017
x bei Lübbe
x 528 Seiten
x ISBN: 3431039782
x zur Hörprobe: *klick*
x zur Leseprobe: *klick*
x Erste Sätze: Wenn ich gefragt werde von Taxifahrern, beim Frisör , was ich so mache, antworte ich immer, dass ich im Büro arbeite. In bald acht Jahren ist noch niemand auf die Idee gekommen, sich danach zu erkundigen, welche Art von Büro oder was genau ich dort mache.

Klappentext:

Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand

Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen?
Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus – und lernt nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal ganz neu  kennen.

Ein eindringlicher Roman mit einer unvergesslichen Hauptfigur. Ihre erfrischend schräge Sicht auf die Dinge zeigt uns, was im Leben wirklich zählt: Liebe, Hoffnung, Ehrlichkeit. Aber vor allen Dingen die Freundschaft.

Leseeindruck:

Schon auf Seite 40 stand für mich fest, dass ich dem Buch erst mal bis Seite 100 eine Chance geben würde. Leider hat sich die Story bis dahin nicht wirklich weiterentwickelt und meine Unsympathie gegenüber der Protagonistin, Eleanor Oliphant, eher noch verstärkt. So habe ich den Rest nur noch quer gelesen und konnte nirgendwo eine Stelle finden, an der ich noch einmal ansetzen wollte.

Fest steht: Eleanor Oliphant ist eine sehr genau ausgearbeitete Protagonistin. Sie arbeitet in einem Büro, hat keine sozialen Kontakte, ein Mal pro Woche ein Telefondate mit ihrer Mutter, die im Gefängnis sitzt, und ist beinahe etwas zwangsgestört. Ihre Woche verläuft genauso durchgeplant und monoton wie ihre Wochenenden, und das findet sie eigentlich gut so.

Zudem ist Eleanor sozial völlig inkompetent. Zu Anfang erfährt man, dass sie als Jugendliche durch die Hände verschiedener Pflegeeltern ging und auch heute noch kontrolliert wird, ob sie in ihrer eigenen Wohnung gut zurecht kommt – sie ist Ende 20.

Geschrieben ist das Buch aus Eleanors Perspektive und man nimmt ihr auch ab, dass sie die Story gerade selbst erzählt … allerdings ist sie eine notorische Nörglerin. Egal, was passiert – Eleanor hat an allem etwas auszusetzen und sucht den Fehler stets im Außen, statt bei sich selbst, wo dieser aber aufgrund ihrer Unbeholfenheit hauptsächlich liegt.

Abgebrochen habe ich das Buch also letztendlich, weil mich die Protagonistin wirklich genervt hat – von einer solchen Person würde ich auch im echten Leben Abstand nehmen.

Wie bewerteten andere das Buch?

Hanna von Buchsichten: 4 von 5 Sternen *zur Rezension*
Bella von Bella’s Wonderworld: 3,5 von 5 Sternen *zur Rezension*
Anna von Buchstabenträumerei: 2 von 5  Sternen *zur Rezension*

Über die Autorin (lt. Klappentext):

Gail Honeyman lebt und arbeitet in Glasgow. Sie bekam bereits mehrere Auszeichnungen für ihr Schreiben. Ich, Eleanor Oliphant ist ihr erster Roman.

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[Rezension] Lockwood & Co. – Das flammende Phantom von Jonathan Stroud

x Autor: Jonathan Stroud
x Übersetzer: Katharina Orgaß, Gerald Jung
x Titel: Lockwood & Co. – Das flammende Phantom
x Originaltitel: Lockwood & Co. – Creeping Shadow
x Reihe: Lockwood & Co., Band 4
x Genre: Fantasy
x Erscheinungsdatum: 28. November 2016
x bei cbj
x 512 Seiten
x ISBN: 3570159647
x zur Leseprobe: *klick*
x Erste Sätze: Die Anwesenheit der Toten spürte ich, kaum dass ich in das mondbeschienene Büro geschlüpft war und die Tür behutsam hinter mir zugezogen hatte. Ich erkannte es am Kribbeln meiner Kopfhaut, daran, wie sich die Härchen meiner Unterarme aufrichteten und wie kalt die Luft war, die ich einatmete.

Klappentext:

„Was kann das sein?“, flüsterte ich.
Lockwood hielt den Blick auf die Wolke gerichtet, die der Schatten hinter sich herzog. Er deutete stumm mit dem Kinn darauf und fasste, ohne mich dabei anzusehen, nach meiner Hand. Ich folgte seinem Blick. Meine Lippen öffneten sich, mein Mund war wie ausgedörrt. Denn die Gestalt, die den Friedhof überquerte, war nicht mehr allein. Andere Gestalten erhoben sich in ihrem Gefolge aus der unkrautüberwucherten Erde. Sie verharrten neben Kreuzen und steinernen Engelsfiguren, schwebten über umgekippten Grabsteinen. Von ihren ausgemergelten Gliedmaßen hingen noch die Leichentücher herab, man konnte auf einen Blick Waberer, Wiedergänger, Irrlichter und Eckensteher unterscheiden, und zwar gleich dutzendweise.
Es war eine Zusammenkunft der Toten.

Rezension:

Nachdem ich die ersten drei Bände von Jonathan Strouds „Lockwood & Co.“ zwar gut fand, sie mich aber nie vollends vom Hocker gerissen haben, schaffte es Band 4, „Das flammende Phantom“, mich absolut zu flashen. Hip, hip, hurra Lieblingsband!

Nach drei Büchern dieser Reihe muss zu Strouds Schreibstil nicht mehr viel gesagt werden, außer: flüssig und fesselnd – eben wie immer. Das Kopfkino läuft so störungsfrei ab, dass man gar nicht merkt, dass man liest.

Bereits im letzten Band entwickelte sich Protagonistin Lucy Carlyle deutlich weiter, und so startet der vierte Band vor dem Hintergrund, dass sie Lockwood & Co. verlassen hat und nun als freie Geisterjäger-Agentin arbeitet, aber natürlich nicht ohne den dreisten Schädel im Glas. Für einen besonders gefährlichen Fall (okay … den gibt es eigentlich jedes Mal ;D) engagiert Lockwood Lucy, deren Fähigkeiten als Hörende unschlagbar sind und für den vorliegenden Fall gebraucht werden. Ich spoilere nicht wirklich, wenn ich sage, dass dieser Fall (mal wieder) nur die Spitze des Eisbergs ist und das Team weit verzweigte Geheimnisse aufdeckt und in richtig große Schwierigkeiten gerät.

„Das flammende Phantom“ hat sich im Verlauf des Buches auf jeden Fall zu meinem absoluten Lieblingsband entwickelt. Die Story ist in einem viel größeren Rahmen angelegt als sonst, und auch bei den Charakteren, allen voran natürlich Lucy, tut sich entwicklungstechnisch richtig viel. Außerdem „menschelt“ es mehr, wie ich finde.

Theoretisch könnte man diesen Band ohne Vorwissen lesen, aber ich würde dennoch nicht dazu raten. Warum? Es macht einfach zu großen Spaß, den Charakteren beim Wachsen zuzusehen. Lasst euch das nicht entgehen.

Fazit:

Der bisher spannendste Teil der Reihe – definitiv mein Lieblingsband.

Bewertung:

Über den Autor (lt. Klappentext):

Jonathan Stroud wurde im englischen Bedford geboren. Er arbeitete zunächst als Lektor. Nachdem er seine ersten eigenen Jugendbücher veröffentlicht hatte, beschloss er, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er wohnt mit seiner Frau Gina und den gemeinsamen Kindern Isabelle, Arthur und Louis in der Nähe von London. Berühmt wurde er durch seine weltweite Bestseller-Tetralogie um den scharfzüngigen Dschinn Bartimäus.

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[Rezension] Kreide fressen: Mein zerfetztes Leben von Anna Silvia

x Autorin: Anna Silvia
x Originaltitel: Kreide fressen: Mein zerfetztes Leben
x Genre: Jugendbuch/Biografie
x Erscheinungsdatum: 17. Februar 2017
x bei rororo
x 256 Seiten
x ISBN: 3499631709
x zur Leseprobe: *klick*
x Erste Sätze: Als der erste Mann meinen Mädchenkörper auseinanderriss, sagte er: „Du hast großes Glück, dass ich der erste Mann in deinem Leben bin.“ Seitdem lebte ich jahrelang mit der Angst, irgendwann auf etwas noch viel Schlimmeres zu treffen.

Klappentext:

„Meine Vergangenheit kann ich nicht ändern. Aber wenn ich davon erzähle, nehme ich ihr einen Teil des Schreckens. Ich kann von meinem täglichen Kampf mit der Essstörung erzählen. Ich kann erzählen, wie eine Vergewaltigung erst den Körper entzweireißt – und dann die Seele. Aber ich kann auch davon erzählen, wie ich mein in Stücke zerfetztes Leben langsam wieder zusammensetze. Und es am Ende sogar schaffe, mich über Momente des Glücks zu freuen.“

[…]

Rezension:

Bei Anna Silvias „Kreide fressen: Mein zerfetztes Leben“ handelt es sich um einen autobiografischen Roman, in dem die Autorin sich mit ihrer Essstörung, Bulimie, auseinandersetzt.

Dass dieses Buch alles andere als leichte Kost ist, dürfte ebenso klar sein wie meine Anmerkung, dass sich Betroffene gut überlegen sollten, ob sie stabil genug für Silvias Geschichte sind. Ihre Erlebnisse haben selbst mich getriggert, obwohl ich von keinem ihrer Erlebnisse selbst betroffen bin.

Wie so viele psychische Erkrankungen beginnt auch Silvias Leidensweg mit dem regelmäßigen Missbrauch im Kindesalter – und als wäre das nicht schon schlimm genug, handelt es sich bei den Tätern auch noch um Freunde der Familie, die genau wissen, an welchen Fäden sie ziehen müssen, um das Mädchen vom Schweigen zu überzeugen. Unter diesen Umständen ist der Weg in die Bulimie und die Prostitution weder weit noch überraschend.

Die Autorin beschreibt die Erlebnisse bis ins kleinste Detail, ist schonungslos ehrlich und untermalt den grausamen Inhalt mit teils nahezu poetischen Vergleichen. Gepaart mit der persönlichen Erzählperspektive gehen ihre Worte unter die Haut, stechen ins Herz und verpassen dem Leser stetig Schläge in die Magengrube.

Neben dem Schmerz und dem Mitgefühl hat sich allerdings auch ohnmächtige Wut in mir ausgebreitet, da Silvia es einfach nicht schafft(e), aus dem Teufelskreis von Prostitution und Bulimie auszubrechen. Das Buch ist nicht sonderlich dick und ich wollte es dennoch zweimal abbrechen, da ich nicht damit rechnete, dass die Geschichte positiv endet.

[Achtung, ab hier Spoiler, wie Annas Story ausgeht!!!]

Doch zum Glück irrte ich mich da. Nach rund 20 Jahren zwischen Kotzen und bezahltem Sex schaffte es Silvia schließlich, sich in einer Klinik Hilfe zu suchen und gegen die Bulimie in den Kampf zu ziehen. Falls du das liest, liebe Autorin – du kannst so stolz auf dich sein!

Die letzten 40 Seiten geben Einblicke in den Ablauf der Therapie. Besonders interessant fand ich, dass sehr viel schriftlich gearbeitet wurde und Silvia verschiedene Listen und Briefe schrieb, um sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Davon hätte ich gerne mehr gelesen.

Empfehlenswert ist das Buch für psychisch gesunde Interessierte und Betroffene, die stabil sind oder zumindest schnell auf therapeutische Unterstützung zurückgreifen können. Zwar hat „Kreide fressen“ einen echt hohen Triggerfaktor, aber auf den letzten 40 Seiten bieten sich für Betroffene durchaus hilfreiche Impulse.

Fazit:

Eine Biografie, die sehr berührt, aber dadurch vor allem von psychisch erkrankten Lesern mit äußerster Vorsicht zu genießen ist.

Bewertung:

Über die Autorin (lt. Klappentext):

Anna Silvia, geboren 1981 lebt in Hamburg, weil sie sich in dieser wunderschönen Stadt zu Hause fühlt.

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[Rezension] SaarWunderland von den Koren Brothers

x Fotografie & Illustrationen: Sébastien Koren, Philippe Koren
x Übersetzer ins Englische: Jan Wheeler
x Übersetzer ins Französische: Françoise Leblanc
x Originaltitel: SaarWunderland
x Genre: Bildband/Sachbuch
x Erscheinungsdatum: 20. Oktober 2014
x bei Visundi
x 200 Seiten
x ISBN: 3981682505
x zum Trailer: *klick*
x eine Auswahl der Bilder im Buch: *klick*
x Erster Satz: Mit einer Ausdehnung von
2.569,69 km² ist das Saarland das kleinste Flächenland der Bundesrepublik Deutschland.

Klappentext:

Dieser wundervolle Bildband besticht durch seine Fülle an hochwertigen Aufnahmen von bekannten und unbekannten Ansichten einer Region im Herzen Europas. Eine üppige Natur, teils geformt von der schöpferischen Hand des Menschen, findet darin ebenso ihren Platz wie Bauzeugnisse aus verschiedensten Epochen: Der kulturelle Reichtum des Saarlandes, aus der Perspektive der Brüder Koren betrachtet. Mit ihrer Fotokunst gelingt es ihnen, magische Momente einzufangen. Hinzu kommen einzigartige Aufnahmen vermeintlicher Details, die vor Augen führen, dass „Großes immer im Kleinen entsteht“, wie die neue Devise des Saarlandes seit Neuestem lautet. Lassen Sie sich von den außergewöhnlichen Fotografien verzaubern!

Rezension:

Seit ich vor ein paar Jahren ins Saarland gezogen bin, belächle ich immer ein bisschen den hier gelebten Lokalpatriotismus, denn der Ursaarländer feiert sein kleines Bundesland meist.

Als ich dann durch Zufall auf den Buchtrailer zu „SaarWunderland“ von den Koren Brothers stieß, dachte ich erst, es wäre mal wieder eine „Jippie-yay-Saarland“-Kampagne, wurde aber schnell eines Besseren belehrt. Die großartigen Fotografien in Kombination mit der Musik berührten mich so, dass sogar ein paar Tränchen flossen und ich das Buch unbedingt haben musste.

Es kam schnell bei mir an und ich war sehr überrascht – ich hatte die mächtige Größe von 38 × 30 × 2 Zentimetern etwas unterschätzt. Allerdings ist „SaarWunderland“ meiner Meinung nach ohnehin kein Buch fürs Regal, sondern eines, das mit dem tollen Coverbild der Saarschleife bei Nacht gesehen werden will. Mittlerweile schmückt es mein Piano :-).
Der Inhalt des Buches ist wirklich großartig. Angefangen bei einer detailverliebten Saarlandkarte, über die Texte, die jeweils auf Deutsch, Englisch und Französisch abgebildet sind, bis hin zu den unfassbar schönen Bildern – hier bleibt kein Wunsch offen (… bis auf einen einzigen, zu dem ich gleich noch komme).

Zu Anfang findet der Leser eine kleine Zusammenfassung, die sich mit der Entwicklung des Bundeslandes seit dem Mittelalter beschäftigt. Hierbei wird auch auf die Jahre des Nationalsozialismus, die Abtrennung von Deutschland nach 1945 und den späteren Beitritt zur Bundesrepublik eingegangen, was ich sehr interessant fand.
Anschließend folgt der Bilderteil, der in die sechs Landkreise aufgeteilt wurde. Am Anfang jedes neuen Kapitels erfährt man etwas über den jeweiligen Kreis, bevor dann die Bilder folgen, welche mit Bildunterschriften versehen wurden und sich teils sogar über zwei Seiten erstrecken. Da das Buch so groß ist, kann man sich vorstellen, wie imposant die Bilder auf den Betrachter wirken.

Nun zu meiner einzigen Kritik am Buch – und an dieser Stelle muss ich letztendlich zugeben, dass ich mit dem Lokalpatriotismus offensichtlich bereits etwas angesteckt wurde. Ausgerechnet der Landkreis Saarlouis, in dem ich lebe, wurde etwas stiefmütterlich behandelt, wie ich finde. Ohne Frage sind auch die Bilder in diesem Kapitel Weltklasse, aber ich finde es sehr schade, dass es verhältnismäßig viele Naturaufnahmen aus Überherrn, aber nicht ein einziges Bild von den nicht gerade unbekannten Saarlouiser Kasematten gibt. Huch? Was ist da denn los? Aber mal ernsthaft – das ist bei diesem Buch Meckern auf hohem Niveau.

Fazit:

Sébastien und Philippe Koren – für mich absolut geniale Fotografen, die der ganzen Welt zeigen, wie schön das Saarland im Detail ist. Damit ist die beste Werbekampagne des Bundeslandes die, die nicht als solche gedacht war: Kunst in Perfektion.

Bewertung:

Über die Fotografen (lt. Klappentext):

Mehr über die beiden grandiosen Fotografen hier: *klick*

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[Rezension] Die Spiegelstadt von Justin Cronin

x Autor: Justin Cronin
x Übersetzer: Rainer Schmidt
x Titel: Die Spiegelstadt
x Originaltitel: The City of Mirrors
x Reihe: Passage-Trilogie, Band 3
x Genre: Horror/Sci-Fi/Endzeit-Thriller
x Erscheinungsdatum: 31. Oktober 2016
x 992 Seiten
x Goldmann Verlag
x ISBN: 3442311802
x zum Trailer: *klick*
x zur Leseprobe: *klick*
x Erste Sätze: Central Pennsylvania, August 98 n. V., acht Monate nach der Befreiung Homelands. Der Boden unter ihrer Klinge war nachgiebig und setzte den schwarzen Geruch der Erde frei. Die Luft war heiß und feucht, und in den Bäumen sangen Vögel.

Klappentext:

Unsere Welt liegt in Ruinen – doch was wird daraus auferstehen?

Die Zwölf – Wesen der Dunkelheit, Todfeinde der Menschen – sind vernichtet. Nach und nach wagen sich die Überlebenden aus ihrer eng ummauerten Zuflucht. Auf den Trümmern der Zivilisation wollen sie eine neue, eine bessere Gesellschaft aufbauen: der älteste Traum der Menschheit.
Doch in einer fernen, verlassenen Stadt lauert der Eine: Zero. Der Erste. Der Vater der Zwölf, der den Ursprung des Virus in sich trägt. Einst ein hochbegabter Wissenschaftler, der, seit er seine große Liebe verlor, nur noch von Rachedurst und Wut erfüllt ist. Er will die Menschheit endgültig auszulöschen. Und seine Truppen stehen bereit.
Nur Amy vermag ihn jetzt noch aufzuhalten, das Mädchen aus dem Nirgendwo. Und so treten sie und ihre Freunde an zum letzten großen Kampf zwischen Licht und Dunkelheit …

Rezension:

In „Die Spiegelstadt“ findet Justin Cronins Trilogie um das Ende der Zivilisation nach mehr als sechs Jahren ein Ende. Leider liegt Band 2, „Die Zwölf“, bereits mehrere Jahre zurück und so hat die Story bei mir nicht den Eindruck hinterlassen, der eventuell möglich gewesen wäre, hätte ich die Reihe am Stück gelesen.

Im Prolog, der etwa 1.000 Jahre nach dem Ausbruch des Virus spielt, wird die bisherige Story als Auszug eines geschichtlichen Protokolls nacherzählt. Die Ausdrucksweise ist dabei der in der Bibel ähnlich und der Rückblick hat mir geholfen, mich zumindest im Groben an die bisher stattgefundenen Ereignisse zurückzuerinnern.

Die eigentliche Story, um die es in „Die Spiegelstadt“ geht, spielt aber 900 Jahre früher, also 100 Jahre nach dem Ausbruch und acht Monate nach der Befreiung der sogenannten Homelands. Nachdem ich durch den Prolog schon auf das Kommende eingestimmt wurde, haben mich die ersten hundert Seiten völlig geflasht. Cronins Schreibstil ist zu Anfang des Buches so abgefahren episch – hier wusste ich wieder, was mich an den beiden Vorgängerbänden so fasziniert und gefesselt hatte. Selbst kleinste alltägliche Handlungen kann Cronin so beschreiben, dass sich der Leser fühlt, als beobachte er etwas Monumentales. Allerdings flaute dieser gewohnte Schreibstil ab etwa der Hälfte des Buches immer weiter ab, sodass ich am Ende tatsächlich froh war, endlich fertig zu sein. Das hat mich schon enttäuscht.

Die Story zusammenzufassen, ohne zu spoilern, ist nicht so leicht. Es wird auf mehreren Zeitebenen und in ebenso vielen Handlungssträngen erzählt, wobei am Ende natürlich alles zu einer finalen Szene zusammengeführt wird. Man kann es sich schon denken – die Virals kehren zurück, um für Zero in die letzte Schlacht zu ziehen, und die Menschen geraten, in ernsthafte Schwierigkeiten, da sie sich mittlerweile außerhalb der schützenden Mauern angesiedelt haben. Allerdings rechnen wenige bereits mit der Rückkehr und einer der Hauptcharaktere arbeitet wie besessen an einer Fluchtmöglichkeit. Was ich definitiv am spannendsten fand, war der Rückblick in Zeros Vergangenheit, durch den sich der Ausbruch des ganzen Unglücks 100 Jahren zuvor endlich erklärt.

Warum das Buch trotzdem nur drei von fünf Sternen von mir bekommt? Es ist zu viel. Zu viele Handlungsstränge, zu viele Zeitebenen, zu viel von allem, während der Schreibstil immer mehr nachlässt und mich irgendwann gar nicht mehr packen konnte. Irgendwie schade. Trotzdem sollte man sich das Buch nicht entgehen lassen, wenn man bereits die ersten beiden Bände gelesen hat. Die Trilogie wird mit „Die Spiegelstadt“ auf jeden Fall rund abgeschlossen.

Fazit:

Ein gebührender Abschluss, bei dem keine Fragen offenbleiben. Leider lässt der epische und spannende Schreibstil gegen Ende immer mehr nach.

Bewertung:

Über den Autor (lt. Klappentext):

Justin Cronin stammt aus New England und studierte in Harvard. Er besuchte den berühmten Iowa Writers‘ Workshop und lebt heute mit seiner Frau und seinen Kindern in Houston, Texas, wo er an der Rice University Englische Literatur unterrichtet. Er veröffentlichte zwei Romane, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Anschließend schrieb er vier Jahre lang am ersten Band seiner Passage-Trilogie, „Der Übergang“ – dem Werk, das ihn zum internationalen Bestsellerautor machte. Nach „Die Zwölf“ findet die Trilogie, deren Übersetzungsrechte in 23 Länder verkauft wurden, nun mit „Die Spiegelstadt“ ihren furiosen Abschluss.

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